Aufnahme für Vollerfassung und Geometriekorrektur
Wenn wir aus Ihrem Videomaterial die Zustandserfassung erstellen (Variante B) oder die Geometrie korrigieren, können wir nur das auswerten, was im Video sauber und nachvollziehbar zu sehen ist. Dieser Leitfaden sagt Ihnen, worauf es bei der Aufnahme ankommt — keine Theorie, sondern Praxis.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Vorher reinigen — ungereinigte Strecken lassen sich nicht beurteilen.
- Stationierung (Meterangabe) muss durchgehend im Bild sichtbar sein.
- Langsam fahren — lieber zu langsam als zu schnell.
- An jeder Auffälligkeit anhalten und herumschwenken bzw. heranzoomen.
- An Bögen und Richtungsänderungen ruhig und gleichmäßig filmen — daraus wird der Verlauf rekonstruiert.
- Pro Haltung bzw. Leitung eine eigene Videodatei.
- Eindeutig zuordenbar: Welches Video gehört zu welchem Objekt?
Vor der Befahrung
Reinigen Sie die Strecke vor — Ablagerungen verdecken Zustände und machen eine Erfassung unmöglich.
Halten Sie eine einfache Objektliste oder einen Lageplan bereit, aus dem Bezeichnung, Anfangs-/Endpunkt (Schacht/Knoten), Fließrichtung, Material und Durchmesser je Strecke hervorgehen.
Verwenden Sie ein modernes, farbiges Kamerasystem in guter Bildqualität; aktuelle Kummert-Systeme erfüllen die technischen Mindestanforderungen der Regelwerke automatisch.
Die Stationierung muss sichtbar sein
Ohne fortlaufend eingeblendete, plausible Meterangabe lässt sich kein Zustand einer Stelle zuordnen — dann ist eine normgerechte Erfassung nicht möglich.
Achten Sie darauf, dass die Stationierung im Bild mitläuft und am Rohranfang sauber bei 0 beginnt. Ebenfalls dauerhaft im Bild: Untersuchungsrichtung sowie die Bezeichnung von Start- und Zielknoten.
So filmen Sie richtig
Fahren Sie langsam genug, dass Zustände sicher erkennbar sind.
Halten Sie an jeder Auffälligkeit an und schwenken bzw. zoomen so, dass Art und Ausmaß klar erkennbar sind und auch die Lage am Rohrumfang (Uhrzeitposition) eindeutig wird.
Zustände, die sich über eine längere Strecke ziehen, von Anfang bis Ende durchgehend zeigen. Sorgen Sie für ausreichende Ausleuchtung.
Damit der Verlauf rekonstruierbar ist
Der räumliche Verlauf wird aus den im Video sichtbaren Bögen und Richtungsänderungen abgeleitet. Fahren Sie deshalb durch Bögen langsam und mit ruhiger, gleichmäßiger Kameraführung und halten Sie die Kameraorientierung möglichst stabil (Bildlage nicht unnötig verdrehen) — nur so lassen sich Links-, Rechts- und Höhenbögen sicher unterscheiden. Bei stärkeren Richtungsänderungen kurz verweilen.
Eine Datei je Objekt
Erstellen Sie pro Haltung bzw. Leitung eine eigene Videodatei und benennen Sie sie so, dass eindeutig ist, zu welchem Objekt sie gehört.
Wenn die Aufnahme das nicht hergibt
Erfasst bzw. korrigiert werden kann ausschließlich, was im Video normgerecht sichtbar dokumentiert ist. Material, das diese Punkte nicht erfüllt, lässt keine vollständige oder belastbare Erfassung bzw. Verlaufsrekonstruktion zu — die Aufnahmequalität liegt beim Kunden.
Technische Mindestanforderungen
Technik-Anforderungen aus den Regelwerken aufklappen
Die Regelwerke fordern u. a. je Objekt eine eigene Filmdatei, konstant 25 Bilder/Sekunde, MPEG-2 ab 4 Mbit/s bzw. MPEG-4 ab 3 Mbit/s und mindestens 400 × 300 Pixel (empfohlen 1920 × 1080). Pflicht-Einblendungen müssen mindestens 5 Sekunden sichtbar sein und sich farblich vom Hintergrund abheben. In der Praxis erfüllen aktuelle Kamerasysteme das von selbst — Sie müssen sich darum in der Regel nicht kümmern.
Auf welcher Grundlage wir arbeiten
Maßgebend ist jeweils das im Projekt vereinbarte Regelwerk.
Fragen zu den Aufnahme-Voraussetzungen?
Wenn Sie unsicher sind, ob Ihr Material zur Erfassung taugt: stellen Sie uns einen Anfrage-Auftrag mit ein paar Beispielvideos. Wir geben Ihnen vorab eine ehrliche Einschätzung.